Der Judenschutzbrief

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Der Judenschutzbrief vom 07. Juli 1787
Der Judenschutzbrief vom 07. Juli 1787

1782    Auf dem Tauschweg kommt Buttenhausen in den Besitz von Reichsfreiherr Philipp Friedrich von Liebenstein. 1782    Auf dem Tauschweg kommt Buttenhausen in den Besitz von Reichsfreiherr Philipp Friedrich von Liebenstein.
1787    Der Judenschutzbrief vom 7. Juli gestattet 25 jüdischen Familien die Niederlassung in Buttenhausen. 1787    Der Judenschutzbrief vom 7. Juli gestattet 25 jüdischen Familien die Niederlassung in Buttenhausen.
1795    Bau der Synagoge am Kolbenrain. In Buttenhausen leben 81 jüdische Einwohner 1795    Bau der Synagoge am Kolbenrain. In Buttenhausen leben 81 jüdische Einwohner
1805    Napoleonische Kriege - Buttenhausen fällt an das Königreich Württemberg. An der Lauter wird ein neues Ritualbad (Mikwe) erbaut, die jüdische Germeinde umfaßt jetzt 153 Einwohner. 1805    Napoleonische Kriege - Buttenhausen fällt an das Königreich Württemberg. An der Lauter wird ein neues Ritualbad (Mikwe) erbaut, die jüdische Germeinde umfaßt jetzt 153 Einwohner.
 

Der Anfang jüdischen Lebens im Lautertal

Zu Beginn der jüdisch-christlichen Geschichte Buttenhausens steht ein Rechtsdokument, der "Judenschutzbrief" des Reichsfreiherrn Philipp Friedrich von Liebenstein vom 7. Juli 1787. Aufgrund von Religion, Rechtsstatus und Wirtschaftsweise hatten Juden im gesamten Abendland eine besondere Stellung. Als Minderheit bedurften sie des Schutzes der Herrschaft und waren dennoch häufig Verfolgungen ausgesetzt. Einer Welle von spätmittelalterlichen "Pogromen" (russisch: "Verwüstungen") folgten in vielen Städten und größeren Territorien Niederlassungsverbote für Juden. So auch im Herzogtum Württemberg, wo Graf Eberhard im Bart (1445-1496) eine bis ins 19. Jahrhundert hinein wirksame judenfeindliche Politik bewirkte.

In kleineren, reichsunmittelbaren Adelsherrschaften, von denen es im deutschen Südwesten vor 1805 eine große Zahl gab, wurde in einigen Fällen jüdischen Familien die Niederlassung gestattet. Dahinter standen meist wirtschaftliche Überlegungen, im 18. Jahrhundert machte sich aber auch der Einfluss der Aufklärung und ihr Appell zur religiösen Toleranz bemerkbar.

Die Ansiedlung der Juden erfolgte durch die Aufnahme in den Schutz der Herrschaft. Dazu wurde eine Urkunde, der Judenschutzbrief, ausgestellt. An seinem Stammsitz Jebenhausen erließ Philipp Friedrich von Liebenstein bereits 1777 ein ähnliches Dokument. Die offenbar guten Erfahrungen gaben den Anstoß für die Ansiedlung von weiteren Juden in dem neu hinzugewonnenen Buttenhausen: In einem Dekret an seine Untertanen vom Mai 1787 betont er die positiven Erfahrungen in Jebenhausen. Mit dem Verbot des Ankaufs christlicher Grundstücke durch die Juden wird einer offenbar verbreiteten Furcht begegnet, "dass, wo Juden wohnen, Christen verarmen".

Der Judenschutzbrief

Der Judenschutzbrief, der heute nicht mehr im Original, sondern nur in zwei zeitgenössischen Abschriften erhalten ist, regelt in 21 Artikeln bis ins Detail das Leben der jüdischen Gemeinde. Damit wird zunächst das Recht für 25 jüdische Familien verbrieft, in Buttenhausen zu wohnen. Die Haushaltsvorstände bezahlen den sogenannten Judenschutz, der für jeden erwachsenen Juden zwölf Gulden pro Jahr betrug. Die Juden hatten das Recht auf Selbstverwaltung und freie Ausübung ihrer Religion. Außerdem erhielten sie die Erlaubnis, alle zugelassenen "Commercia" zu betreiben. Wegen dem Verbot, "christliche" Häuser und Grundstücke zu erwerben, blieb die jüdische Siedlung zunächst auf herrschaftliches Terrain beschränkt. Dadurch entstand eine durch die Lauter vom alten Dorf getrennte jüdische Siedlung an der heutigen Mühlsteige.

Beginn jüdischen Lebens

Über die Anfänge der jüdischen Besiedlung geben die ersten "Seelentabellen" ab 1788 Auskunft. In diesem Jahr wohnten erst drei Familien mit insgesamt 14 Personen in Buttenhausen. Die ersten Siedler wurden in einer Ölmühle an der Lauter untergebracht. Später entstanden jüdische Häuser über dem rechten Lauterufer, wo auch im Jahr 1795 die Synagoge erbaut wurde. Aus dieser Zeit stammen weitere jüdische Einrichtungen. Ein Ritualbad ("Mikwe") erhielt seinen Platz an der Lauter. 1804/05 wurde es bereits erneuert, da es zu klein für die schnell wachsende jüdische Gemeinde geworden ist. Ebenfalls an der Lauter entstand ein jüdisches Wirtshaus "Zum König David".

Der Beginn jüdischen Lebens im Lautertal

Die Juden lebten seit Jahrhunderten als diskriminierte Minderheit in Europa. 1787 wird Ihnen durch den Judenschutzbrief des Freiherrn Philipp Friedrich von Liebenstein die Ansiedlung in dem Lautertaldorf Buttenhausen gestattet