Die Bernheimersche Realschule

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Leopold Bernheimer
 (1841-1918)

 

Die Bernheimersche Realschule 
(Zwiefalter Str. 30)

Lehmann Bernheimer wurde 1841 in Buttenhausen geboren. Seine Familie war eine jener erfolgreichen Unternehmerdynastien, die aus dem kleinen Dorf hervorgegangen sind. Lehmann, der bedeutendste Sohn dieses Hauses, begründete in München das bald weltbekannte Kunst- und Auktionshaus Bernheimer. Seine engen Beziehungen zum bayerischen Königshaus verhalfen ihm zum Titel eines "Kommerzienrats". Bernheimer verstarb in München 1918.1901 stiftete er in der Nachbarschaft seines Elternhauses (Zwiefalter Str. 28) eine Realschule für Juden und Christen. Das Schulhaus wurde nach Plänen von Werkmeister Joseph Reiser 1903 fertiggestellt und im folgenden Jahr eingeweiht. Die historisierende Architektur ist aber auch vom Bauherrn geprägt, der kurz zuvor am Münchner Lenbachplatz mit dem Palais Bernheimer eindrucksvoll seinen Gestaltungswillen zeigte. Die eigentliche Schulgeschichte währte nur kurz, denn schon 1923 wurden die Stiftungsmittel durch die Inflation aufgezehrt. Bis 1968 wurde das Haus als Kindergarten genutzt, der mit Ausnahme der Jahre 1942-1945 weiterhin den Namen des Stifters trug. Später diente das Gebäude der Gemeinde als Rathaus. Das inzwischen denkmalgeschützte Objekt wurde 1992 der Öffentlichkeit als Dorfgemeinschaftshaus übergeben. In einem Teil der ehemaligen Lehrerwohnung im Obergeschoss befindet sich heute die Ausstellung zur Geschichte der Juden Buttenhausens.