|
Jüdischer Friedhof (an der Mühlhalde)
1789 wurde von den Freiherren von Liebenstein
entsprechend den Zusicherungen des "Judenschutzbriefs" ein
Platz oberhalb der jüdischen Siedlung für einen Friedhof zur
Verfügung gestellt. Mit dem Wachstum der Gemeinde vergrößerte sich
die Anlage. Anders als bei den christlichen Begräbnisplätzen dürfen
die Gräber der Juden nicht aufgelassen werden. Deshalb haben sich
Grabzeugen aus beinahe der gesamten Zeit jüdischer Siedlung in
Buttenhausen erhalten.
Die ältesten Grabdenkmäler sind noch
ausschließlich hebräisch beschriftet. Der größte Teil des Friedhofs
aber enthält Steine aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, die
den reichen Formenschatz historisierender Architekturformen zeigen. Hier
gewinnt man auch einen Einblick in die vielfältige Symbolsprache
jüdischer Grabdenkmäler, die Rückschlüsse auf Ämter oder
Familiennamen zulassen. So stehen die segnenden Hände für den "Kohen",
den Priester, auf den auch der Familienname Kahn zurückgeht. Der
Krug verweist auf rituelle Reinheit, die dem Stamm Levi eigen
ist. Dieses Bild findet sich bei Familiennamen wie Löw/Löb, Levi oder
Löwenthal. Grabsteine des 20. Jahrhunderts, die sich im oberen Teil
des Friedhofs befinden, haben wie ihre christlichen Pendants einfachere
Formen aus Kunststein.
Der Friedhof wurde 1967 durch das Land Baden-Württemberg wieder
hergerichtet und mit einem Gedenkstein für die jüdische Gemeinde
versehen. Eine Inventarisierung der Grabsteine führte das
Landesdenkmalamt zwischen 1990 und 1997 durch.
|