Jüdischer Friedhof

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Grabstein 
von Hirsch Hoechstetter
 (1798-1845)

 

Jüdischer Friedhof (an der Mühlhalde)

1789 wurde von den Freiherren von Liebenstein entsprechend den Zusicherungen des "Judenschutzbriefs" ein Platz oberhalb der jüdischen Siedlung für einen Friedhof zur Verfügung gestellt. Mit dem Wachstum der Gemeinde vergrößerte sich die Anlage. Anders als bei den christlichen Begräbnisplätzen dürfen die Gräber der Juden nicht aufgelassen werden. Deshalb haben sich Grabzeugen aus beinahe der gesamten Zeit jüdischer Siedlung in Buttenhausen erhalten.

Die ältesten Grabdenkmäler sind noch ausschließlich hebräisch beschriftet. Der größte Teil des Friedhofs aber enthält Steine aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, die den reichen Formenschatz historisierender Architekturformen zeigen. Hier gewinnt man auch einen Einblick in die vielfältige Symbolsprache jüdischer Grabdenkmäler, die Rückschlüsse auf Ämter oder Familiennamen zulassen. So stehen die segnenden Hände für den "Kohen", den Priester, auf den auch der Familienname Kahn zurückgeht. Der Krug verweist auf rituelle Reinheit, die dem Stamm Levi eigen ist. Dieses Bild findet sich bei Familiennamen wie Löw/Löb, Levi oder Löwenthal. Grabsteine des 20. Jahrhunderts, die sich im oberen Teil des Friedhofs befinden, haben wie ihre christlichen Pendants einfachere Formen aus Kunststein.

Der Friedhof wurde 1967 durch das Land Baden-Württemberg wieder hergerichtet und mit einem Gedenkstein für die jüdische Gemeinde versehen. Eine Inventarisierung der Grabsteine führte das Landesdenkmalamt zwischen 1990 und 1997 durch.